Biographie über Metallica / Link: www.metallica.com 

 

Die Geschichte von Metallica lässt sich bis in die späten siebziger Jahre zurückverfolgen. Zu jenem Zeitpunkt wanderte der junge, dänische Metalfan Lars Ullrich in die USA aus. Dort lernte er den Rabauken James Hetfield kennen. Die beiden beschlossen, eine Band zu gründen. Da zwei Leute für eine Metalband allerdings mindestens eine Person zu wenig sind, gesellte sich noch ein Kumpel von James dazu. Und zwar Ron McGovney, der den Bass bediente. Dazu kam noch der spätere Megadeth Frontmann Dave Mustaine an der Gitarre. Lars war für die Drums zuständig und James für den Gesang und die zweite Gitarre. Das erste Line Up war somit perfekt. Fehlte nur noch ein Name. Angeblich wollte ein Freund von Lars wissen, wie er sein Metal Fanzine nennen solle. Er hatte sich einige Sachen ausgedacht, die er Lars zeigte. Darunter auch der Name Metallica. Von dem Namen war Lars sofort begeistert, weshalb er seinen Kumpel bat, seiner Band diesen Namen geben zu dürfen. Metallica war geboren.

Die Band nahm ihr erstes Demo mit dem Namen „No Life til Leather“ auf und spielte kleinere Gigs in und um Los Angeles, die von den Leuten sehr gut aufgenommen wurden, was zur Folge hatte, dass die Band nach kurzer Zeit schon ein paar treue Fans hatte. Allerdings musste sich nun Bassist Ron McGovney verabschieden, da die Band nicht mit ihm zufrieden war und außerdem waren er und James sich inzwischen überhaupt nicht mehr so ganz grün. In einer Kneipe lernten James und Lars dann den talentierten Bassisten Cliff Burton kennen. Dieser wollte zwar gerne in der Band mitspielen, allerdings unter der Bedingung, dass die anderen nach San Franzisko umziehen, da er nicht aus seiner Heimatstadt weg wollte. Also ging es ab nach San Franzisko an die Bay Area. Der zweite Rausschmiss stand bevor. Es kam immer öfter zu Streitigkeiten mit Dave Mustaine. Der musste, nachdem er James zwei Zähne rausschlug, dann endgültig die Band verlassen. Ersetzt wurde er durch den Exodus Gitarristen Kirk Hammet.

Das Demo „No Life til Leather“ verbreitet sich immer mehr im Underground. Auch der New Yorker Produzent Jon Zazula bekam das Demo zu hören, und lud die Band sofort zu sich nach New York ein um ein Album aufzunehmen, welches von der Band „Kill ’em All“ getauft wurde. Die Platte erscheint Ende 1983 und wird von Headbangern weltweit begeistert aufgenommen. Der Sound war zwar nicht gerade besonders gut und auch James konnte man damals noch nicht als guten Sänger bezeichnen, doch es war eines der ersten, richtig schnellen und für damalige Verhältnisse verdammt harten Metal Alben.

1984 gelang der Band dann ein Deal mit der Plattenfirma „Vertigo“, bei der sie ihr zweites Album „Ride the Lightning“ veröffentlichten. Ride the Lightning war viel besser produziert als der Vorgänger und Metallica beherrschten ihre Instrumente um einiges besser. Vor Allem Kirks lange, melodische Soli wussten zu gefallen.

1986 folgte dann „Master of Puppets“, welches den großen Durchbruch bedeuten sollte. Dass Album gehört heute zu den absoluten Metal Klassikern. Es kletterte in den US Charts sogar auf Position 29 und hielt sich fast anderthalb Jahre in den Hitlisten, was wohl auch daran lag, dass Metallica mit Ozzy Osbourne in den Staaten auf Tour gingen, und ihre Musik so einem großen Publikum vorführen konnten. Danach ging es dann auf Tour nach Europa, wo sich dann am 27.09.1986 ein schrecklicher Unfall ereignen sollte. Der Fahrer des Tourbus schläft am Steuer ein und der Bus gerät außer Kontrolle, was zu Folge hatte, dass Cliff aus dem Bus geschleudert wurde und auf der Stelle tot war. Die anderen Mitglieder blieben zum Glück unverletzt. Mit Cliff hatten Metallica nicht nur einen guten Freund verloren, sondern auch den Publikums Liebling der Band und einen ambitionierten Songschreiber. Allerdings war man schon sehr weit gekommen und es hätte keinen Sinn gemacht, jetzt einfach aufzugeben. So entschloss man sich, sich nach einem neuen Bassisten umzusehen. Aus einer großen Anzahl von Bewerbern wurde Jason Newsted ausgewählt. Jason war vorher bei „Flotsam and Jetsam“ beschäftigt und wurde von den Fans sehr gut aufgenommen.

Es folgten zwei weitere Veröffentlichungen. Die EP "Garage Days Re-Revisited“ mit vielen Cover Versionen von Bands, die Metallica beeinflussten und das Video „Cliff ’em All“, welches zum Gedenken an Cliff veröffentlicht wurde.

1988 folgte dann das Album „And Justice for All“. Dieses konnte zwar hohe Chart Positionen erklimmen und wurde mit Preisen überschüttet, doch der Eindruck bei den Fans war etwas gespalten, da ihnen die Songs teilweise etwas zu komplex erschienen.

1991 wurde dann „Das schwarze Album“ veröffentlicht. Produzent war Bob Rock. Das Album unterschied sich deutlich zu seinen Vorgängern. Die Songs wurden kürzer und griffiger und entwickelten sich weg vom wütenden Speed Metal der frühen Jahre, hin zum Mainstream Metal und Hard Rock. Die Platte stürmte die Charts und war aus jenen auch bald nicht mehr wegzudenken. Die Band sackte massenhaft Preise und Auszeichnungen ein. Metallica waren nun kein reiner Metal Act mehr, sondern auch eine wichtige Größe im kommerziellen Pop Bussinnes wie z. B. Bon Jovi oder Gun’s ’n Roses. Die besten und bekanntesten Titel der Platte sind die Ballade „Nothing else matters“ und „Enter Sandman“. Mit dem neuen Album im Gepäck wurde dann erst mal weltweit und viel getourt. Die Erfolgsstory hatte ihren vorzeitigen Höhepunkt erreicht.

Dann folgten 1995 und 1997 die beiden Load Scheiben und das Gejammer sowohl bei Fans als auch der Presse war groß. Verständlich, denn die Band hatte den Spirit verloren, welcher sie früher so interessant machte. Die Songs waren stark vom Blues und Country beeinflusst und verdienten auch nicht mehr das Prädikat „Metal“. Doch das scheint der Band ziemlich egal zu sein. Auch die Load Scheiben waren stark in den Charts vertreten und füllten die Geldbeutel von Hetfield und Co. Metallica erschlossen sich so neue Käuferschichten. Dann erschien „Garage Inc.“. Das Doppelalbum war prall gefüllt mit Coverversionen.

1999 kam dann das Live Album „S&M“. Es ist ein Mitschnitt eines einmaligen Konzertes, dass man mit dem Michael Kamen Symphony Orchester gespielt hatte. Die alten Songs wurden also durch Klassik Elemente Unterstützt. Die ausgekoppelte, neue Version von „Nothing else matters“ konnte sich lange in den Charts behaupten.

Anfang 2001 war dann wieder ein Ausstieg zu vermelden. Aufgrund gesundheitlicher Probleme verließ Bassist und Publikums Liebling Jason Newsted die Band. Gerüchte, dass Jason ausgestiegen ist, weil er sich bei Metallica nicht entfalten konnte und vom Führungsduo Hetfield & Ullrich zu sehr eingeengt wurde, wurden von Jason schnell dementiert. Er sagte, dass er die Band verlasse, da er körperlich nicht mehr top fit sei und so auf der Bühne nicht mehr 100% geben könne. So mache es ihm keine Freude und er wolle die auch den Fans nicht „zumuten“. Ein neuer Bassist wurde bis heute noch nicht gefunden.

Metallica haben sich von einer revolutionären Metal Band und einem Flaggschiff der Szene, zu einem Mainstream Rock Act entwickelt. Ihre neuen Songs haben nicht mehr den Biss der früheren Stücke. Die Band ist vom Erfolg verwöhnt und für mich inzwischen relativ belanglos. Ich werfe Metallica den Stilbruch nicht vor, denn jeder soll die Musik machen, die er machen möchte, den ansonsten hätte die ganze Musikmacherei keinen Zweck. Wenn ihnen ihr neuer Stil wirklich gefällt, dann ist das absolut in Ordnung. Wenn sie aber nur massen – kompatiblere Sachen machen, um noch mehr Kohle einzusacken, dann wäre es besser, wenn sie sich auflösen würden. Das klingt zwar hart, aber so hätten sie höchstens noch die Existenzberechtigung von langweiligen Pop Fratzen wie Britney Spears oder Modern Talking. Im Gegensatz zu manch anderen Idioten, die die Gruppe am liebsten umbringen würden, weil sie keinen „richtigen“ Metal mehr spielen, rege ich mich allerdings nicht auf und greife auf Bands zurück, die die gleiche Musik machen, wie Metallica früher und die es verdient haben, unterstützt zu werden.  

Reiner Behling