Interpret, Titel: ABSU - Abzu
Medium: CD
Stil: Black Metal
Erschienen: 28.10.2011
Label: Candlelight Records
Link: www.absu.us/  
Bewertung:
8 von 10 Punkten

Schon eine Weile her, daß ABSU etwas neues von sich haben hören lassen. Und mit Verlaub gesagt, war daß was vor 'Abzu' (mit Ausnahme der gaaanz alten Sachen) veröffentlicht wurde, nicht wirklich etwas zu dem man sagen würde "...wow, die neue Absu!". Aber hier geht es ja nicht um die alten, sondern um die neueste Scheibe. Eines der Urgesteine des amerikanischen Black Metals meldet sich also mit neuem Material zurück und haut so richtig ordentlich auf den orthodoxen Putz.
Das erste Lied sorgte bei mir erst mal für richtig schön Gänsehaut, aber eher aus Schock, als aus Begeisterung, da der Power Metal- Schrei in den ersten Sekunden von "Earth Ripper" ziemlich überraschend kommt, jedoch den Vorteil hat, daß er die Aufmerksamkeit des Hörers erregt. Im gewohnt thrashig angehauchten Absu-Stil geht es schnell voran zu 1:31 Minuten wo der Schrei zurückkehrt, und mir erneut ein leichtes Unwohlsein verursacht. Doch danach steigert sich das Lied von Moment zu Moment und verströmt seinen durchtriebenen, dreckigen Hass, und führt einen direkt zu Lied Nummer Zwei, "Circles Of The Oath", welches ehrlich gesagt, genauso gut von einem „Enthroned“ Album stammen könnte. Zwar sind die richtig schnellen Passagen nicht so ausgedehnt wie bei den Belgiern, doch haben Absu dafür mehr Abwechslung, und ein absolutes Gespür für den richtigen Moment, um so einen Geschwindigkeits- oder Melodiewechsel einzufügen. Gekrönt wird dieser Titel dann durch den Abschluß des Stücks, welcher durch langsam ausklingende Akustikgitarrenklänge für die Ruhe vor dem nächsten Sturm sorgt. Und dieser heißt "Abraxas Connexus". Auch wieder ein schönes Beispiel für die Reichhaltigkeit an Abwechslung die Absu auf diesem Album vorlegen. Das vierte Stück "Skyring In The Spirit Vision" geht dann wieder etwas schneller zur Sache und verfügt über die chaotische Macht die die alten Götter den Mannen von Absu scheinbar verliehen haben. Düsterer als die anderen Lieder der Scheibe, jedoch auch rasanter in den Wechseln empfehle ich für dieses Stück die maximale Pegelstärke der jeweiligen Anlage als Anhörlautstärke. Welche dann direkt für Lied Nummer fünf, Ontologically, It Became Time & Space, beibehalten werden kann. Chaotischer, gut durchdachter Black Metal, astrein gespielt. Und auch hier vergeht die Spielzeit viel zu schnell, wie bei jedem Lied der Scheibe, außer dem sechten und letzten Stück "Song For Ea". Wie ich finde eine super gelungene Hommage an Klassiker wie "Never Blow Out The eastern Candle" und endlich mit 14 Minuten 49 Sekunden Spielzeit ein Lied bei dem die ganze Vielfältigkeit und die ganze „Absuheit“ der Band vollstens zur Geltung kommt. Und wenn man im Vorfeld nicht weiß wie lange das Lied geht, ist man jedes mal freudig überrascht, an den Stellen an denen man denkt es sei zu Ende, da es das ganz und gar nicht ist. Die Band sorgt einfach nur für die richtige Stimmung, indem sie den Hörer kurzzeitig entspannen, bzw. anspannen lässt, je nach Standpunkt. Für mich persönlich das beste Lied und die beste Scheibe, die seit 1996 von Absu auf den Markt gekommen ist.


(René Baumann, Dezember 2011)

Tracklist: 1. Earth Ripper 2. Circles Of The Oath 3. Abraxas Connexus 4. Skrying In The Spirit Vision 5. Ontologically, It Became Time & Space 6. A Song For Ea -) E-A -) A Myriad Of Portals -) Third Tablet -) Warren Of Imhullu -) The Waters - The Denizens -) E-A (Reprise)