Interpret, Titel: LYKANA - Symphonie der Schatten
Medium: Download
Stil: Mittelalter Rock/Folk Metal
Erschienen: 25.09.2026
Label: Eigenproduktion / Enorm Music
Link: facebook.com/lykanafolkmetal
Bewertung:
8,5 von 10

LYKANA aus der Südwestpfalz gründete sich bereits im Sommer 2020 unter dem Namen Stellarys. 2023 folgte schließlich eine künstlerische Neuausrichtung, sprich die Band ersann ein neues Konzept, wandelte sich vom Mittelalter Rock hin zum Folk Metal und ließ sich thematisch von prächtigen Mythen, Sagen und Legenden inspirieren. Mit der Namensänderung in LYKANA, in Anlehnung an den Mythos des Werwolfs (Lykanthrop), und der Aufnahme/Produktion dieses nun vorliegenden Debüts unter Regie von Daniel Keller (Studio 411), gab die Band schließlich im September 2024 ihre neue musikalische Ausrichtung offiziell bekannt.

Zwei Jahre lang hat LYKANA an diesem Werk gearbeitet. Die Gitarren und der Bass wurden in Josés heimischem Tonstudio aufgenommen, wohingegen Keller im Homburger Studio für den Backgroundgesang, die akustischen Instrumente und das Schlagzeug verantwortlich zeichnete. Um seinen Leadgesang aufzunehmen, reiste der Sänge gar in die bekannten Chamäleon-Studios nach Hamburg, wo bereits Stars wie Udo Lindenberg, Tina Turner, Lord Of The Lost arbeiteten.
Anno 2026 spielen Jérôme José (Gesang u. Gitarre), Denny Hel (Gitarre), Daniel Ravnsang (Bass), Magnus Drengrson (Dudelsack u. Drehleier) sowie Schlagzeuger Max Fuß spannenden Folk Metal mit exzellten deutschen Texten und einem deutlichen Hang zu alten Geschichten und Gestalten aus Sagen und Mythen.
Schon Ende Juli dieses Jahres, beim Konzert auf der legendären Rockbühne vom Stadtfest Zweibrücken, überzeugten LYKANA mit einem furiosen und vor Spielfreude sowie intsturmentalem Können triefenden Konzert auf ganzer Linie. Über allem thronte der sonore ausdrucksstarke und kraftvolle Bariton-Gesang von José, welcher der Band grundsätzlich einen hohen Widererkennungswert verleiht.

Doch kommen wir nun zum Album. Dieses tartet mittels des Instrumentals "Ouvertüre", bevor die ersten Dudelsackklänge des flotten und eingängigen "Kronos" erklingen. Hier wird von der griechisch-mythologischen Versinnbildlichung der Zeit um mehr Verweildauer auf Erden gebeten. Als Glanzlichter der Platte sehe ich jedoch die folgenden Stücke an: Das Heavy-Metal-lastige und dahinrasende "Jekyll & Hyde" behandelt wie im bekannten Roman von Robert Louis Stevenson die doppelte Persönlichkeit ein und derselben Person und prescht mit gnadenlosem Double-Bass-Drums nach vorne. "Sandmann" ragt kompositorisch wie textlich aus dem Album heraus." der Original-Mythos dahinter, eine europäische Sagengestalt - oftmals Morpheus genannt - ist ganz und gar nicht mit dem "ARD-Sandmännchen" zu vergleichen, sondern verdammt gruselig! "Frau in Rot" beginnt mit mächtigen Kirchenorgelklängen und glänzt schließlich mit einem famosen Ohrwurmrefrain, der nicht mehr aus dem Hirn will. Zu diesem Stück wurde ein aufesehenerregendes Video gedreht gedreht, der unterstreicht das auch mit relativ kleinem Budge, doch mit Krativität und Ideenreichtumg ein toller Clip entstehen kann. Das balladeskte Epos "Sukkubus" beginnt mit latenten Querverweisen zu älterem Subway To Sally-Liedgut und hier demnonstriert José eindrucksvoll dass er auch sehr emotional zu singen vermag. Das akustisch beginnende "Walhalla" mit seinem hymnischen Hammer-Refrain hätte sich auch auf dem aktuellen Saltatio Mortis-Meisterwerk 'Finsterwacht' sehr gut gemacht... Wenn das mal kein Kompliment und Ausrufezeichen zugleich ist?! Da zudem der transparent-dynamische Sound für eine Eigenproduktion herausragend aus den Lautsprechern prescht und auch dss übrige Liedgut überzeugt, muss konstatiert werden das die fünf Werwölfe alles richtig gemacht haben,

Mit dem prächtigen 'Symphonie der Schatten' legen LYKANA ein Album-Debüt nach Maß hin und brauchen sich auch hinter dem Genre-Triumvirat In Extremo, Saltatio Mortis und Subway To Sally keineswegs zu verstecken. Schon jetzt darf man sich auf den (laut Band bereits in Arbeit befindlichen) Nachfolger freuen.
Anhänger der Schnittmenge Mittelalter Rock und Folk Metal mit eine Prise Neue Deutsche Härte der Marke Erdling dürfen sich diese (auf den gängigen Streaming-Portalen erhältliche) Perle nicht entgehen lassen! Im CD-Format kann man das Werk lediglich bei Konzerten käuflich erwerben.

(Pit Schneider, September 2026)

Tracklist: 1. Ouvertüre (Intro) 2. Kronos 3. Medusa 4. Fenrir 5. Monster 6. Jekyll & Hyde 7. Samdmann 8. Der Meister 9. Walhalla 10. Frau in Rot 11. Sukkubus 12. Irrlicht 13. Wendigo