Das Album des Monats November

Interpret, Titel: ROADWOLF - Unchain The Wolf
Medium: CD
Stil: Traditional Heavy Metal
Erschienen: 27.11.2020
Label: Metalizer Records (Vertrieb: Soulfood)
Link: www.roadwolf.at/
Bewertung:
9 von 10

ROADWOLF stammt aus Österreich und die Musiker Franz "Franky" Bauer (Gesang), Valentin "Vali" Strasser (Gitarre), Christoph "Aigy" Aigner (Bass) & Emanoel "Mano" Bruckmüller (Drums) treiben (mit einigen Line-Up-Wechseln) doch tatsächlich schon seit 2006 ihr "Unwesen". Diverse EPs, Demos, Samplerbeiträge, ein Auftritt beim W:O:A, verschiedene Festivalshows, gemeinsame Konzerte mit Acts wie Bullet, Enforcer, Lizzy Borden, Night Demon, Skull Fist, Vicious Rumors hat das Quartett bis dato abgeliefert, sich einen erstklasigen Ruf als Liveband erarbeitet, aber halt noch kein komplettes Studioalbum auf die Kette bekommen... Bis jezt!

Kommen wir gleich mal ohne Umschweife und langes Gefasel auf den Punkt: Das Quartett ist momentan zweifellos Europas heißeste "neue" Band im Segment traditioneller Metal.
Das glaubt ihr nicht? Dann fönt euch direkt mal die beiden unten in der Tracklist verlinkten Songs rein! Na also, geht doch...
Taufrisch, furios, spielfreudig & hymnisch - das sind die Begriffe, welche mir beim anhören dieses Debütalbums(!) durch den Kopf gehen. Jeder Old-School-Metal-Fan der mit wegweisenden legendären Longplayern wie beispielsweise 'Screaming For Vengeance' (Judas Priest), 'Restless And Wild' (Accept), 'Denim And Leather' (Saxon) und anderen NWOBHM-Klassikern aufgewachsen ist wird diese Platte lieben! Hinzu kommt noch eine Prise alte Scorpions zu 'Lovedrive'- und 'Animal Magnetism'-Zeiten und fertig ist der famose Metal-Cocktail.
Kommen wir zu den Songs. Zu aller erst muss erwähnt werden dass der "Straßenwolf" mit einem unerhörten Pfund wuchern kann: Franky Bauer hat eine dermaßen kraftvoll/charismatische Stimme das man erstmal völlig geplättet ist und den Lautstärkeregler noch oben dreht... Doch das wichtigste ist der Fakt das die Band dazu in der Lage ist absolute Hammer-Songs mit Top-Refrains zu komponieren, welche sich in den Gehörgängen festbeissen. Als Highlights (unter zehn Klasse-Songs) nenne ich den flotten goilen Opener "All Hell Is Breaking Loose", "M.I.A. (Missing In Action)", das ebenso wie Chuck Norris in der gleichnamigen Action-Film-Reihe keinerlei Gefangenen macht, sowie "Roadwolf" das mit seinen Gitarrenleads zweifellos an Saxons "And The Band Played On" erinnert und zu einem oberfetten Mitgröl-Stampfer mutiert. "Straight Out Of Hell" ist mit seinen knapp sieben Minuten Laufzeit schließlich der längste Track und wartet mit spannenden Breaks sowie superben Melodien auf. Mein Favorit ist das schnelle und absolut endgeile "Wheels Of Fire". Hier glaubt man doch glatt den jungen Rob Halford zur hören, es brechen alle Dämme und die Band spielt sich in einen Rausch, dem man sich doch gerne mehrere Male hintereinander aussetzt!

Die Musiker von ROADWOLF haben den Metal der späten 1970er und '80er offensichtlich schon mit der Muttermilch aufgesaugt. Ansonsten kann man kein solches überragendes Album fabrizieren, das den Geist der erwähnten Dekaden in tiefen Lungenzügen atmet.
'Unchain The Wolf' ist zweifellos das beste Album des traditionellen Metal im laufenden Jahr!
Buy or die!

(Pit Schneider, November 2020)

Tracklist: 1. All Hell Is Breaking Loose 2. Unchain The Wolf 3. M.I.A. (Missing In Action) 4. Roadwolf 5. Straight Out Of Hell 6. Curse Of The Gypsy 7. Turn It Loose 8. Wheels Of Fire 9. Never Surrender 10. Condemned To Rock